{"id":344,"date":"2025-06-01T12:10:53","date_gmt":"2025-06-01T10:10:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.insyde-bildungstheorie.de\/?page_id=344"},"modified":"2025-06-07T19:55:24","modified_gmt":"2025-06-07T17:55:24","slug":"kuenstlerische-taetigkeit-als-forschung-durch-aesthetische-reflexion","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.insyde-bildungstheorie.de\/?page_id=344","title":{"rendered":"K\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit als Forschung durch \u00e4sthetische Reflexion"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Bild1:  <\/strong><a href=\"https:\/\/d2smv9sex1hihw.cloudfront.net\/collection\/_1250xAUTO_crop_center-center_100_none\/Judith_Walgenbach_Jugend_Forscht_mudam_collection.jpg\"><strong>Judi<\/strong>t<strong>h Walgenbach,&#8220;Jugend forscht&#8220;, Mudam-Collection <\/strong>  <\/a>  f\u00fcr eine Bildansicht, den Link anklicken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-size:19px\">Roland Oesker: Kunstwerke betrachten und Kunstproduktion als Mittel in der Interdisziplin\u00e4ren System-Bildung<\/h2>\n\n\n\n<p>Hier geht es um eine Entwicklung in der Kunst, die zeitgleich mit der Forschungsarbeit zum Thema &#8220;Interdisziplin\u00e4re System-Bildung&#8220; ihre Anf\u00e4nge erlebt hat und zu einem begleitenden Zeitgeist der Entwicklungen des innovativen Bildungsansatzes geworden ist. Heute spricht man ganz selbstverst\u00e4ndlich von: &#8220;artistic research&#8220; als ein &#8220;seit dem 2000er Jahren verbreitetes interdisziplin\u00e4res Feld zwischen Kunst und Wissenschaft, das seit den 2010er Jahren verst\u00e4rkt an internationalen Kunsthochschulen institutionalisiert wird\u2026.&#8220; (Wikipedia, k\u00fcnstlerische Forschung).<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann eine gemeinsame Basis f\u00fcr die vielf\u00e4ltigen Ausffassung erkennen, die f\u00fcr &#8220;artistic resaerch&#8220; gepr\u00e4gt werden:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>K\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit wendet sich bewusst einer Form zu, die im Prozess der Entstehung und in den M\u00f6glichkeiten der Kunstbetrachtung, generative heuristische Mittel im Sinn der interdisziplin\u00e4ren System-Bildung bereitstellen . <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die erfolgreiche Entfaltung dieser M\u00f6glichkeiten, kann die Arbeitsweise in der Interdisziplin\u00e4re System-Bildung einen geeigneten Rahmen bilden. Dann sind k\u00fcnstlerische Gestaltung und Betrachtung bewusst und ausdr\u00fccklich eingebunden in eine besondere Form des &#8220;Findens&#8220; Picasso legte die Betonung dabei besonders auf das &#8220;Ich&#8220; und sein Satz zielt auf das Besondere des k\u00fcnstlerische <strong>Hervorbringens<\/strong> : &#8220;Ich suche nicht, ich finde!&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Nun ein Blick auf das Bildbeispiel am Beginn des Textes: Kinder und ein junger Mann in einer Szene, die man als Gruppe junger Forscher bezeichnen k\u00f6nnte. Der Mann schaut in ein Mikroskop. Die Kinder schauen auf Diapositive, die sie gegen des Licht halten um etwas zu erkennen. Die Umgebung der Szene ist wohl das Interieur eines Forschungslabors. Die Scene hat etwas unwirkliches, fast unglaubw\u00fcrdiges, mit einer Anmutung einer Fotografie aus Anf\u00e4ngen der 1960iger Jahren. Es f\u00e4llt auf, dass kein M\u00e4dchen und keine Frau zu der Gruppe geh\u00f6ren. in Bezug auf den Titel &#8222;Jugend forscht&#8220; empfindet der Betrachter eine Provokation und die damit verbundenen Fragen sind fast ein Protest: Was soll denn so erforscht werden? ist das die Idee des forschenden Lernens? Was kann Jugend so erforschen? und gipfelt in der Fesstellung so war es fr\u00fcher und heute ist es nicht so! Es provoziert die Grundfrage &#8220;Wie entsteht Wissen&#8220; es entsteht ein Interesse an der Erzeugung von Wissen und das Bild ist damit ein Generator f\u00fcr das Wissen \u00fcber Wissen und die Erforschung der Rolle der Konstrukteure des Wissens. Einige Werke der K\u00fcnstlerin sind so bewusst angelegt, als &#8220;artistic research&#8220; haben sie diese Intention, gehen diesen Fragen nach und generieren neue Fragen, kommen so zum Hervorbringen des Wissens \u00fcber das Werden und Sein der Wissenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Kunst anschauen und Kunstwerke gestalten sind beides spezifische Arten des Suchens und <strong>Hervorbringens<\/strong>. Das wusste man schon in der Antike: &#8220;Die Klugheit unterscheidet sich aber vom Verstand dadurch, dass sie sucht und \u00fcberlegt, da ja das \u00dcberlegen ein Suchen ist&#8220; (Nikomachische Ethik, S. 165, Anaconda, K\u00f6ln 2009)<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bemesssen dem Kunst-Machen eine Bedeutung zu, die sich von allt\u00e4glichen Handlungen unterscheidet. Das hat urspr\u00fcngliche Wurzeln, schon in der antiken Auffassung: &#8220;Auf das was aus Notwendigkeit ist oder wird, geht die Kunst so wenig, wie auf das , was von Natur aus da ist oder entsteht, da derartiges das bewegende Prinzip in sich selber hat. Da nun das <strong>Hervorbringen<\/strong> vom Handeln verschieden ist, so muss die Kunst auf das<strong> Hervorbringen<\/strong>, nicht auf das Handeln gehen&#8220;. (Nikomachische Ethik, S. 157)  Zu beachten ist, dass in dieser Zeit mit Kunst nicht die materielle Erweiterung der materiellen Welt gemeint ist, wohl aber Hervorbringungen nicht nicht materiell sind doch das Vorhandene erheblich ver\u00e4ndern. Kunst sind kognitive Leistungen, die nicht Materiell sind aber das Denken \u00fcber die Natur und das Verh\u00e4ltnis zum Leben in ihr fortschrittlich bereichern k\u00f6nnen: Die 7 freien K\u00fcnste der Antike. Grammatik, Rhetorik, Logik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik.<\/p>\n\n\n\n<p>Kunstwerke zeichnet besonders aus, dass ihre Wirkungsgeschichte nicht an der Intention des K\u00fcnstlers explizit gebunden sein kann. So kann das <strong>Hervorbringen<\/strong> \u00fcber die Absichten und Intentionen der Gestalterin, des Gestalters weit hinausgehen. Denn die Wirkung des Werkes erf\u00fcllt sich mit einer besonderen T\u00e4tigkeit in der Kunstbetrachtung. Darin erweitert sich das <strong>Hervorbringen<\/strong> in ein individuelles wahrnehmbar  werden, ganz im Sinne des Wortes <strong>\u00e4sthetisch werden<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>So unterscheidet sich das Kunstwerk vom Gebrauchsgegenstand, wie z.B. Designobjekt, Geb\u00e4ude, Fahrzeug, Werkzeug usw. und gleichg\u00fcltig wie viel Kunstabsicht in diesen Werken steckt, bleibt ein Gebrauchswert vordergr\u00fcndig erhalten. Bildnerische Kunstwerke hingegen haben im Vordergrund das &#8220;Hervorbringen&#8220; einer &#8220;Suche&#8220;, die ein &#8220;\u00dcberlegen&#8220; ist, somit der &#8220;Klugheit&#8220; dient, wenn die &#8220;Suche&#8220; im Selbst dabei Sein (inter esse) zum Selbst-Finden f\u00fchrt. Eine \u00e4sthetische Integration des Ich-Selbst mit dem was Betrachtet wird.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild1: Judith Walgenbach,&#8220;Jugend forscht&#8220;, Mudam-Collection f\u00fcr eine Bildansicht, den Link anklicken. 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