Zur Aktualisierung der Theorie der Bildung: Von der Erziehung als pragmatische Aneignung und Anwendung gegebenen Wissens zu Bildung als theoriegeleitete selbsttätige Erzeugung von Neuem mit heuristischen Mitteln

 

 

 

 

 

 

 JEDER EIN FORSCHER                                     

Neue Möglichkeiten für die  Entwicklung von >Bildung< als radikales Kulturkonzept  durch kooperative Erforschung Heuristischer Mittel = Mittel für die Erzeugung von Neuem

 

Kunst, Wissenschaft, Technologie und Alltagsleben nähern sich einander immer mehr an. Wichtige Orientierungen und Mittel für die bewusste Gestaltung dieses Prozesses lassen sich ableiten aus der

>Forschertisch: Biomasse Hefeteig<      Installation: Judith Walgenbach (http://www.judith-walgenbach.com/66.0.html)

o  Konstruktion >epistemischer Objekte< (H.J. RHEINBERGER), die die Suche nach Unbekannt-Neuem provozieren

o die Entwicklung komplexer und unscharfer System-Logiken wie die   >Fuzzy Logik< und die Dialektik , die Unbestimmtes bearbeitbar machen sowie durch

o immaterielle Computerbilder, die – in der Bestimmung durch den Technik – Philosoph Vilem Flusser  – nicht mehr nur Ab-Bildungen von Gegebenem sind, sondern aus abstrakten Punktmengen bestehen, die Ein-bildungen ermöglichen und herausfordern.

Damit werden neue Möglichkeiten eröffnet, Utopien in Form virtueller Realitäten zu entwerfen und durch Vermittlung des aufgezeigten Möglichem mit dem Potential des Wirklichen >Konkrete Utopien< zu entwickeln. Die anarchistische Forderung >Seid realistisch, fordert das Unmögliche< erfährt hier eine neue Aktualität.

Von diesen neuen Qualitäten moderner Forschung aus lässt sich eine Entwicklung rekonstruieren, die von KANTs >Mentalistic Turn< („Wissen ist Konstruktion“) über RORERTYs >Linguistic Turn< („Sprache konstituiert Wirklichkeit“) zum neuerdings diskutierten >Imagic (FELLMANN), Iconic (BOEHM) oder Pictural (MITCHEL) Turn< („Bilder sind eigenständige Erkenntnismittel“) führt.

Als nächste Stufe lässt sich ein >Heuristic Turn< bereits erkennen, bei dem es um Forschung über heuristische Mittel für die Erzeugung von Neuem geht, in der alle Komponenten undDimensionen Dimensionen von Experimentalsystemen  (Objekt, Mittel, Methode, Organisation, Ziele |Resultate) heuristisch bestimmt sind.

Der Fokus richtet sich dabei zunehmend auf die theoretisch nicht gänzlich aufklärbaren  Konstrukteure von Wissen, die aus sich selbst heraus in offenen Suchräumen mit heuristischen Mitteln operieren, diese weiterentwickeln und sogar selbst erfinden.

Zu einem solchen >Heuristic Turn< will der Ansatz >Interdisciplinary Self-System Design INSYDE  < beitragen, indem Systembildnern  >Epistemologische Heuristiken< angeboten werden, die sich

(a) historisch und systematisch auf rekonstruierte Systembildungen in Kunst, Wissenschaft und Technologie orientieren (s. dazu etwa : https://docplayer.org/36008904-Wilhelm-wolze-wilhelm-walgenbach-stefan-schuldt.html)

und

b) deren Leitidee zugleich auf >Nachhaltig< und >Entwicklung< ausgerichtet ist, die durch dialektische Vermittlungen im Ziel und Resultat der >Nachhaltigen Entwicklung< miteinander wechselwirken.

>Epistemologisch< sind diese Mittel insofern, als sie nicht nur auf die >Erzeugung von Wissen<, sondern auch auf >Wissen über die Konstruktion von Wissen< und letztlich auf >Wissen über sich selbst als Konstrukteur von Wissen< ausgerichtet sind. Die letztgenannte Stufe wird dabei als grundlegend für eine Aktualisierung der >Theorie der Bildung< angesehen, die auf die interaktive Selbst- Entwicklung von Menschen ausgerichtet ist.

Damit lassen sich Beziehungen herstellen zur >Theorie der Bildung<. Für Wilhelm von HUMBOLDT, einem der bedeutendsten Mitbegründer der klassischen Bildungstheorie, ist  grundlegendes Ziel von Bildung die Organisation eines gleichberechtigten Wechselspiels zwischen Subjektivität (individueller Menschen/ gesellschaftliches Subjekt) und Objektivität (Kunst, Wissenschaft, Technologie). Indem die Erzeuger von Neuem die eigenen Mittel der Wissenskonstruktion (einschließlich des Wechselspiels von Wissen, Können und Handeln) erforschen, ereignet sich >System-Bildung<  (s. dazu  https://www.peterlang.com/view/title/26976)  

Programmatisch formuliert wird >Jeder Mensch ein Forscher<. Es geht um >Creating of Creators< durch Anstiftungen zum Denken über sich selbst und die Welt und eine darauf aufbauende bewusste Gestaltung gesellschaftlicher Praxis.

hier klicken: INSYDE weitere Ausdifferenzierungen

 

 

 

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